Vor kurzem hat eines unserer Gruppenmitglieder auf Facebook einen Post verfasst, in dem es darum ging, dass er sich gebrauchtes Paar Quintet (CT280) besorgt hat, um diese nach eigenem bekunden in die geplante „Männerhölle“ zu stellen, wo sie zusammen mit den Crazy ihren Dienst in einem 5.1 Setup als Rears verrichten sollen. Genau dieses Setup hatte ich vor einiger Zeit auch am Laufen und damals habe ich mir Rears mit demselben Hochtöner – dem XT25SC90-04 – gewünscht, wie er in der Crazy verbaut ist.

Inzwischen habe ich im Wohnzimmer wieder auf Stereo zurück gebaut, da mit einem Kleinkind Filmabende noch seltener geworden sind, als es ohnehin zuvor schon der Fall war. Der in unserer Facebook-Gruppe veröffentlichte Post brachte mich dennoch auf die Idee, einen an die Crazy angelehnte Kompaktlautsprecher zu entwickeln, der dann in einem Heimkino-Setup eingesetzt werden könnte. Leider sind die in der Crazy verbauten Tiefmitteltöner längst ausverkauft und wenn überhaupt nur noch sehr sehr schwer gebraucht zu bekommen. Aus diesem Grund hat Alex der Crazy ein Update verpasst und in ihrer Nachfolgerin, der Crazy Again, Chassis aus aktueller Fertigung verbaut. Als Ersatz für den Nokia TMT kommt in dieser der SDS P-830656 aus dem Hause Peerless / Tymphany zum Einsatz. Den Umbau zur Crazy Again habe ich damals selbst vorgenommen und ich bin nach wie vor begeistert.

Sowohl von den Tiefmitteltönern, als auch von den Hochtönern hatte ich jeweils noch ein Paar hier liegen. Entsprechend habe ich die SDS P-830656 mit DATS gemessen um die TSP für eine Simulation zu erhalten: 

Da Satelliten / Rears in den meisten Fällen sehr wandnah aufgestellt werden und ich kein Fan von Frontports bin, wurde der neue Lautsprecher als geschlossene Box geplant. Die TSP wurden also als nächstes in AJHorn eingegeben um zu erfahren, wie weit man das Gehäuse verkleinern kann, sodass noch genug Tiefgang vorhanden ist, um sie in einem Heimkino-Setup einzubinden.

Zu sehen ist hier die Simulation in einem gerade einmal 7 Liter kleinem Gehäuse. Die schwarze Kurve zeigt das Verhalten mit 390µF Kondensator, die rote ohne.

Als nächstes wurde ein der Simulation entsprechendes Testgehäuse aufgebaut und sowohl der Hochtöner, als auch der Tiefmitteltöner in diesem gemessen:

Beide Treiber verhalten sich auf der Schallwand ziemlich genau so, wie sie es bei der Crazy Again bereits gezeigt haben. Das ist wenig verwunderlich, da die Schallwandbreite und die Fasen genau nach deren Vorbild gestaltet wurde. Lediglich die Höhe und die Tiefe der Box wurden angepasst – schließlich sollen sie auch optisch zur Crazy Again passen.

Mit diesen Messungen wurde VituixCAD gefüttert und eine Simulation angestellt:

Das sieht der großen Schwester nicht so unähnlich. Entsprechend wurde diese Weiche aufgebaut. Eine anschließende Messung sollte zeigen, ob sich die Box in Realität genau so verhält, wie es die Simulation vorhersagte:

Erwartungsgemäß war das auch hier wieder der Fall. Mit diesem Verhalten sollte sich die Crazy Again Sat wunderbar in ein Setup mit ihrer großen Schwester einfügen.

Bei der Gestaltung der Weiche habe ich einerseits darauf geachtet, dass sowohl Trennfrequenz als auch Abstrahlverhalten möglichst nah an dem der Crazy Again liegen und andererseits, dass sich die Kosten im Rahmen halten. Bei der großen Schwester wird der Baffle Step mit dem zweiten TMT korrigiert. Mit nur einem TMT kann diese Karte natürlich nicht ausgespielt werden, weshalb hier im TMT-Zweig ein breitbandiger Sauger nötig ist.

Durch den Einsatz von Kernspulen konnte der Preis der Weichen in einem angemessenen Rahmen gehalten werden. Die Kondensatoren im Hochton-Zweig wurden dennoch als Folien ausgeführt, da diese eine geringere Toleranz haben. Alle anderen Kondensatoren sind handelsübliche, bipolare Elko’s. Die Widerstände sind allesamt 10W Keramiktypen. Wer möchte kann im Hochton auf MOX-Widerstände zurückgreifen. Der Hochpass-Kondensator vor dem Tiefmitteltöner ist optional. In einem Heimkinosetup wird in der Regel bei 80 bis 100 Hz getrennt und die Lautsprecher eingemessen, sodass der frühere Abfall und der kleine Buckel im Bass nicht stören.

Obwohl die Crazy Again Sat für den Einsatz als Satelliten / Rears gedacht sind, machen sie auch in Stereo eine sehr gute Figur (z.B. als PC-Lautsprecher). In einem solchen Setup sollte der Kondensator verbaut werden, um den Tiefgang bis unter 60 Hz mitnehmen zu können.

Zum Abschluss nun noch der Bau- und Bedämpfungsplan für die Crazy Again Sat:

Alle Weichen- und Baupläne sind ausschließlich für die private Nutzung freigegeben. Jede Form der gewerblichen Nutzung oder Verbreitung bedarf einer vorherigen Absprache und wird bei Missachtung strafrechtlich verfolgt.

Schreibe einen Kommentar