Roul DIY

Juna

Juna 2 Way final

Nach den zahlreichen Nachbauten für Freunde, Verwandte und mich sollte nun die erste eigene Box entwickelt und damit das theoretische Wissen umgesetzt werden. Auf der Suche nach günstigen Chassis für erste Messungen, stieß ich im HiFi-Lager auf die Magnat MWABS 130 CP880 S, die zu einem Paarpreis von gerade einmal 29€ angeboten wurden. Zum ausprobieren genau richtig.

Die Lieferung erfolgte rasch und so konnte schnell eine Messung der TSP durchgeführt werden. Diese sollten Aufschluss darüber geben, in welchem Gehäuse die Tiefmitteltöner zurecht kommen. LIMP gab dabei folgende Werte aus:

Fs = 76.32 Hz
Re = 6.30 ohm
Le = 174.13 uH
L2 = 303.39 uH
R2 = 8.56 ohm
Qts = 0.58
Qes = 0.68
Qms = 3.81
Mms = 9.15 grams
Rms = 1.146588 kg/s
Cms = 0.475448 mm/N
Vas = 6.03 liters
Sd= 95.03 cm^2
Bl = 6.358282 Tm
Lp(2.83V/1m) = 88.91 dB

Damit lässt sich was anfangen. Eine Simulation in WinISD zeigte, dass das Chassis in einem Bassreflexgehäuse mit 13 bis 18 Litern wunderbar zurecht kommt und darin einen Tiefgang bis unter die 50Hz Marke erreicht.

13 Liter? Das entspricht doch dem Gehäuse der Quintet! So wurde das Chassis ohne lange zu zögern in ein noch übriges Gehäuse eben dieses Lautsprechers geschraubt und eine akustische Messung durchgeführt:

Auch das ist völlig in Ordnung und zeigt, dass das Chassis bis etwa 4kHz eingesetzt werden kann, bevor sich dann eine Resonanzspitze zeigt. Da das Chassis wunderbar im Gehäuse der Quintet zurecht kam, war die Idee geboren, einen in den Kosten überschaubaren Kompaktlautsprecher zu entwickeln. Nachdem ich mich mit den Freunden und Kollegen des D.A.U. augetauscht hatte, trat noch ein weiteres Konzept auf den Plan: ein schlanker 2,5 Wege Standlautsprecher. Und dieses Konzept wurde zunächst auch weiter verfolgt. Fehlte nur noch ein passender und dem Preis des TMT angemessener Hochtöner.

Die Wahl fiel auf die Monacor DT-140, da ich diese Kalotte noch hier liegen hatte und sie eigentlich ganz gut zu dem TMT passen sollte. Nach einigem hin und her mit verschiedenen Testschallwänden und nicht zufriedenstellenden Winkelmessungen des Hochtöners war ich ein wenig genervt und habe dieses Konzept ad acta gelegt.

Die Entwicklung rückte somit wieder in Richtung eines kompakten 2 Wegers. Aus den vorangegangenen Messungen des DT-140 ging klar hervor, dass diese Kalotte wenn überhaupt nur auf einer Schallwand mit breiten Fasen funktionieren würde. Da die Kalotte aber selbst mit breiten Fasen nicht so wollte, wie ich mir das vorgestellt habe und der Lautsprecher so einfach wie möglich aufgebaut werden sollte, schied diese aus. Aufgrund der guten Erfahrungen mit dem Dayton ND25FW-4, welcher in der DAUmino “S” und der DAUmino “M” bereits eine hervorragende Figur machte, wurden zwei Exemplare geordert. Eine neue Schallwand wurde gesägt und gefräst und die Kalotte auf dieser Schallwand mit umlaufenderer, schmaler Fase gemessen:

Das ist mehr als zufriedenstellend! Die Messungen des TMT sowie des HT wurden daraufhin in XOver importiert und nach ein wenig Simulationsarbeit war relativ schnell eine Abstimmung gefunden, die auch unter Winkeln keinen Grund zur Klage gibt:

Die Weiche wurde gesteckt und die Simulation anhand einer Messung verifiziert:

Die Messung zeigt eine sehr gute Übereinstimmung mit der Simulation. Das Impedanzminimum liegt bei 7,3 Ohm und ist damit leichte Kost für jeden gängigen Verstärker. Die Weiche fällt zwar etwas teurer aus als erhofft, liegt aber für einen 2-Weger noch völlig im Rahmen:

Alle Widerstände sind 10W Typen, als Kondensatoren kommen bipolare Elkos zum Einsatz. Lediglich die beiden Kondensatoren im Hochtonzweig sind als Folie ausgeführt. Um den Hochton an den eigenen Geschmack anzupassen, kann R4 auf den nächst höheren bzw. niedrigeren Wert geändert werden, wobei eine Verringerung des Widerstands eine Absenkung des Pegels bedeutet. Die Anpassung ist minimal, macht aber oftmals den entscheidenden Unterschied. Je nach dem, wo die Hochtöner und die Weichenteile beschafft werden, kommt man mit etwa 60€ pro Seite aus.

Da es sich bei der “Juna” um meinen ersten selbst entwickelten Lautsprecher handelt, war ich ein wenig angespannt als es darum ging, sie bei einem kleinen Treffen den Ohren der “Bayernfraktion” des D.A.U. zu präsentieren. Schließlich sind die eigenen Kinder immer die schönsten und man selbst ist nicht in der Lage, eine objektive Meinung abzugeben. Richtig erleichtert war ich dann als D.A.U.-Mitglied Oli, der zu dem kleinen Treffen eingeladen hatte, wie folgt in unserem internen Forum urteilte:

“Ich fand die Juna nicht wirklich gut… ich find sie richtig super! Das ist eine echte DAU-Box wie sie im Buche steht. Klanglich ausgewogen, gute räumliche Darstellung, sauberes Abstrahlverhalten und das alles zum Schnäppchenpreis! Auch im Bass konnten die kleinen Kisten durchaus überzeugen, auch wenn der Vergleich mit der Asathor hier natürlich etwas unfair war.”

Das erfüllt einen dann doch mit großem Stolz und so folgt nun zum Abschluss der Bau- und Bedämpfungsplan der “Juna”:

Vielen Dank an die Jungs des D.A.U., die mich bei den ersten Gehversuchen in Richtung Eigenentwicklung tatkräftig unterstützt haben.

Alle Weichen- und Baupläne sind ausschließlich für die private Nutzung freigegeben. Jede Form der gewerblichen Nutzung oder Verbreitung bedarf einer vorherigen Absprache und wird bei Missachtung strafrechtlich verfolgt.

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